Was ist das Cauda-Equina-Syndrom?

Erfahren Sie mehr darüber, was das Cauda-equina-Syndrom ist, welche Auswirkungen es auf Blase und Darm hat und wie man Blasen- und Darmsymptome bei Cauda equina behandelt.

Was ist das Cauda-equina-Syndrom?

Das Cauda-equina-Syndrom (CES) ist eine Erkrankung, die das Nervenbündel am unteren Ende des Rückenmarks betrifft, die sogenannte Cauda equina (lateinisch für Pferdeschweif).  Dieses Nervenbündel ist Teil dessen, was die Blase, den Darm und die Sexualfunktion sowie die unteren Gliedmaßen steuert. Wenn diese Nerven komprimiert oder beschädigt werden, kann dies zu verschiedenen Symptomen führen, wie zum Beispiel:

  • Reithosenanästhesie – vermindertes oder verlorenes Gefühl im Bereich des Gesäßes, des Anus und der Genitalien
  • Schmerzen – starke Schmerzen im Rücken und/oder unten in einem oder beiden Beinen
  • Inkontinenz – Blasen- und/oder Darminkontinenz oder Unfähigkeit/Schwierigkeiten beim Wasserlassen und/oder Verstopfung
  • Taubheitsgefühl in den Beinen – fehlendes oder verändertes Gefühl und/oder Schwäche in den Beinen

Die Symptome können schleichend oder schnell auftreten. Treten plötzlich Symptome auf, handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der einen chirurgischen Eingriff erfordert. Frühe CES-Anzeichen sind Veränderungen der Blasen- und Darmkontrolle, wie z. B. Veränderungen des Urinstrahls oder die Unfähigkeit, die Blase oder den Darm vollständig zu entleeren. Die Symptome von CES können den Symptomen von Ischias fast ähnlich sein und es wird daher häufig mit ihm verwechselt. Um CES zu diagnostizieren, ist zur Bestätigung eine medizinische Bildgebung wie ein MRT- oder CT-Scan erforderlich.

Was verursacht das Cauda-equina-Syndrom?

Die Ursache von CES ist unterschiedlich, aber in der Regel liegt ein Bandscheibenvorfall im unteren Teil des Rückens vor, der die Nerven zusammendrückt. Die Kompression oder Schädigung der Nerven kann auch durch Spinalkanalstenose, Tumor, Trauma, entzündliche/infektiöse Erkrankungen oder durch eine Komplikation nach einem medizinischen Eingriff wie einer Operation verursacht werden.

Blasen- und Darmfunktion beim Cauda-equina-Syndrom

Eine der wesentlichen Auswirkungen des Cauda-equina-Syndroms ist seine Auswirkung auf die Blasen- und Darmfunktion. Die Kompression oder Schädigung der Nerven kann die normale Kommunikation zwischen Gehirn, Rückenmark und Blase und Darm stören, was zu Inkontinenz oder Entleerungsschwierigkeiten führt.

Blasenfunktionsstörung: CES kann zu Harnverhalt oder Schwierigkeiten bei der vollständigen Entleerung der Blase führen. Dies geschieht, weil die Nerven, die für die Steuerung der Blasenfunktion verantwortlich sind, betroffen sein können. Bei den Patienten können Symptome auftreten wie:

  • ein schwacher Harnstrahl
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Schwierigkeiten bei der vollständigen Entleerung der Blase, was zu Harnverhalt führt
  • Sie müssen stehen, sich anstrengen oder auf die Blase drücken, um zu urinieren
  • das Gefühl der unvollständigen Entleerung
  • vermindertes Gefühl in der Blase, so dass es schwierig ist, zu erkennen, wann die Blase voll ist

In schweren Fällen kann es zu einer Überfüllung der Blase kommen, was zu Harninkontinenz oder der Unfähigkeit zu urinieren führt.

Darmfunktionsstörungen: In ähnlicher Weise kann CES die Nerven beeinträchtigen, die den Stuhlgang steuern, was zu Stuhlfunktionsstörungen führt. Die Störung der Nervensignale kann die normale Kontraktion und Entspannung der Muskeln im Enddarm und Anus beeinträchtigen, was einen regelmäßigen Stuhlgang erschwert. Bei den Patienten kann Folgendes auftreten:

  • Verstopfung
  • Schwierigkeiten beim Stuhlgang
  • Unfähigkeit, den Stuhlgang zu kontrollieren (Stuhlinkontinenz)

 

Wie wird das Cauda-equina-Syndrom behandelt?

Als medizinisches Fachpersonal ist es wichtig, sich über CES und seine möglichen Auswirkungen auf die Blasen- und Darmfunktion im Klaren zu sein. Durch das Erkennen der Symptome, die Kommunikation mit dem medizinischen Team und die Bereitstellung angemessener Pflege und Unterstützung können Krankenschwestern dazu beitragen, die bestmöglichen Ergebnisse für Patienten mit dieser Erkrankung zu erzielen.

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist entscheidend, um langfristige Komplikationen, einschließlich dauerhafter Blasen- und Darmfunktionsstörungen, zu verhindern. Die Behandlung von CES beinhaltet in der Regel eine chirurgische Dekompression, um den Druck auf die betroffenen Nerven zu verringern. In einigen Fällen benötigen die Patienten möglicherweise zusätzliche Behandlungen, wie z. B. Physiotherapie, um in den betroffenen Bereichen wieder Kraft und Funktion zu erlangen. Rehabilitation und laufende Behandlung, wie z. B. intermittierende Katheterisierung und transanale Irrigation, können erforderlich sein, um langfristige Blasen- und Darmprobleme zu behandeln, die nach der Behandlung bestehen bleiben.

Ein effektives Blasen- und Darmmanagement ermöglicht eine verbesserte Lebensqualität. Die intermittierende Katheterisierung (IK) ist eine Option für das Blasenmanagement, die dazu beitragen kann, die Blase vollständig zu entleeren und Restharn zu vermeiden, der wiederkehrende Harnwegsinfektionen und Urinverlust verursachen kann.

In einer klinischen Studie hat sich gezeigt, dass die transanale Irrigation (TAI), auch Darm- oder Rektalspülung genannt, eine wirksame Wahl für das Darmmanagement für Patienten mit CES im Vergleich zu früheren Darmbehandlungen ist, bei denen es sich um digitale Stimulation und manuelle Entleerung handelte. Die Schlussfolgerung aus der klinischen Studie ist, dass diese nicht-pharmazeutische Methode des Darmmanagements wirksam ist und das Potenzial hat, die Symptome von Darmfunktionsstörungen zu verbessern.

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